Anleitung: Krause Ferse

Handarbeiten

Letzten Herbst, glaube ich, als ich krank auf der Couch lag (mal wieder, wie das so ist, wenn das Kind gerade im Kindergarten gestartet ist) habe ich eine Ferse ausgetüftelt. Ich hab sie erst mal nur in einer Facebook-Gruppe geteilt, was auch schön ist, weil man sich da gegenseitig helfen kann, aber irgendwie auch Quatsch. Deswegen also hier für alle, die keinen Bock auf Facebook haben die Anleitung zur Krausen Ferse. Natürlich freue ich mich trotzdem mega, wenn ihr bei Facebook oder Insta eure Bilder teilt, am liebsten mit dem Hashtag #KrauseFerse, damit ich sie auch finde. Und am liebsten mit den Großbuchstaben, denn dann ist es sogar noch barrierefrei und besser verständlich für Menschen mit Sehbehinderung. Aber für alle, die gut sehen können, hier erst mal ein paar Bilder:

Krause Ferse

Diese Ferse ist ein prima Hingucker, wenn ihr eine wilde Wolle habt, die ansonsten kein Muster verträgt, oder aber, wenn ihr das eingefärbte Muster möglichst nicht stören wollt, etwa bei Ringelwolle. Aber auch leicht melierte Wolle freut sich über diese Hingucker-Ferse. Ich stricke sie auch immer dann gern, wenn ich für Freund*innen und Bekannte stricke, die sich langweilige Stinos wünschen, ich mir aber ein klitzekleines Detail nicht verkneifen kann 😉 Ich erkläre in dieser Anleitung nicht das Sockenstricken von der Pike auf, sondern in erster Linie die Ferse, die dafür aber Runde für Runde.

Das müsst ihr können / Abkürzungen:

  • re – rechts
  • re verschr – rechts verschränkt
  • li – links
  • U – Umschlag
  • kfb – knit front back, aus 1 M werden 2, indem man sie sowohl von vorne als auch von hinten abstrickt. Wenn ihr diese Zunahmeart noch nicht kennt, findet ihr bei YouTube viele tolle Anleitungen dazu.
  • 2 re versch zus – 2 Maschen rechts verschränkt zusammen stricken
  • 2 re zus – 2 Maschen rechts zusammen stricken
  • 2 li zus – 2 Maschen links zusammen stricken
  • Maschen verkreuzen: Das erkläre ich an der Stelle, an der wir es brauchen genauer.

Nadeln

Ich empfehle für die Ferse das ganz normale Nadelspiel. Bündchen, Schaft und Spitze strickt ihr einfach wie ihr es am liebsten mögt. Die Socken werden vom Bündchen aus gestrickt. 

Ich persönlich stricke am liebsten mit dem Trio und nehme bei der Ferse noch eine weitere Nadel aus einem anderen Trio zur Hilfe, so, dass ich an dieser Stelle mit insgesamt vier Nadeln stricke. 

Garn

Die Anleitung ist für 4-fädiges Sockengarn geschrieben.

UND LOS GEHT’S

Ich habe die Beispielsocke mit 60 Maschen gestrickt. Die Ferse kann man aber natürlich auch in anderen Größen stricken, ich erkläre die Formel weiter unten.

Bündchen

Was auch immer ihr mögt. Ich finde, die durchbrochene Zweierrippe passt sehr schön:

1 R: 2 re 2 li

2 R: alle re

Diese beiden Runden so oft wiederholen, bis das Bündchen die gewünschte Länge erreicht hat. Ich habe 20 R gestrickt. 

Schaft

glatt re bis zur gewünschten Länge, in meinem Fall 14 cm.

Ferse

Die Ferse wird an der hinteren Mitte eingesetzt und in Runden gestrickt. Je nachdem, mit welchen Nadeln ihr strickt, müsst ihr nun umsortieren bzw. Marker setzen. Sortiert oder markiert eure Maschen so, dass die hintere Hälfte auf einer Nadel liegt. Für das Nadelspiel heißt das also, dass ihr Nadel 1 und 4 auf eine Nadel bringt. Beim Trio müsst ihr erst mal nichts tun, hier liegen die Maschen sowieso schon alle auf einer Nadel. Wichtig ist, dass es an der hinteren Mitte keinen Nadelwechsel gibt. Unser Rundenbeginn ist zwischen Nadel 3 und 4. Die Vorderseite wird einfach glatt rechts gestrickt, das schreibe ich hier nicht extra auf.

1: 14 re, 2 M verkreuzen, 14 re. (Vorne 30 re, ab jetzt immer).

Dies ist eine Vorbereitungsrunde, in der wir die beiden M li und re der hinteren Mitte verkreuzen. Das kann man mit Hilfe einer Zopfnadel machen, ich mache es aber lieber so: Bis 1 M vor die hintere Mitte stricken (hier also 14 M re), dann die 2. M auf der li Nadel re verschr stricken, aber M nicht von der Nadel heben. Nun die M davor, die wir vorhin übersprungen haben, re stricken und beide gestrickten M von der linken N gleiten lassen.

2: 14 re, 1 re verschr (das ist die eine verkreuzte M von vorhin), 1 M aufn und li str, 1 re verschr (das ist die andere verkreuzte M), 14 re

Am einfachsten erwischt man den Querfaden zwischen den beiden verkreuzten Maschen, wenn man eine weitere Nadel zur Hilfe nimmt.

3: 14 re, 1 re verschr, kfb in die li M, 1 re verschr, 14 re

4: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 2 li,  1 re verschr, 14 re

5: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 1 re, 1 kfb,  1 re verschr, 14 re

6: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 1 li, Marker setzen, 2 li zus, 1 li,  1 re verschr, 14 re

Ab der kommenden R wird die Socke wieder mit 4 Nadeln gestrickt. Der Marker markiert die hintere Mitte, ab hier stricken wir mit einer neuen, zusätzlichen Nadel.

7: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 1 re, Marker raus und mit neuer Nadel weiter. 1 re, kfb, 1 re verschr, 14 re

8: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 5 li, 1 re verschr, 14 re

9: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 4 re, 1 kfb,  1 re verschr, 14 re

⇨ ab hier wiederholen sich die zwei R 8 u 9 im Prinzip. Eselsbrücke: Wenn wir zu einem U kommen, stricken wir den re verschr, die übrigens Keil-M alle re und machen ein kfb am Ende des Keils. Wenn wir keinen U haben, dann machen wir einen und stricken die Keil-M alle li ⇦

10: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 7 li, 1 re verschr, 14 re

11: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 6 re, 1 kfb,  1 re verschr, 14 re

12: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 9 li, 1 re verschr, 14 re

13: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 8 re, 1 kfb,  1 re verschr, 14 re

14: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 11 li, 1 re verschr, 14 re

15: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 10 re, 1 kfb,  1 re verschr, 14 re

16: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 13 li, 1 re verschr, 14 re

17: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 12 re, 1 kfb,  1 re verschr, 14 re

18: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 15 li, 1 re verschr, 14 re

19: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 14 re, 1 kfb,  1 re verschr, 14 re

20: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 17 li, 1 re verschr, 14 re

21: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 16 re, 1 kfb,  1 re verschr, 14 re

22: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 19 li, 1 re verschr, 14 re

23: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 18 re, 1 kfb,  1 re verschr, 14 re

24: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 21 li, 1 re verschr, 14 re

25: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 20 re, 1 kfb,  1 re verschr, 14 re

26: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 23 li, 1 re verschr, 14 re

27: 14 re,  1 re verschr, U  re verschr stricken, 22 re, 1 kfb,  1 re verschr, 14 re

28: 14 re,  1 re verschr, 1 U, 25 li, 1 re verschr, 14 re

Insgesamt sind nun zwischen den verschr re M 26 Zunahmen, eine davon 1 U. Die nächste Runde wird nur bis zur hinteren Mitte gestrickt, ab da stricken wir in Reihen und nehmen die ganzen zugenommenen Maschen nach und nach wieder ab. Das Prinzip ist wie bei einer Herzchenferse. Wir stricken ab hier wieder mit 4 Nadeln (Nadelspiel) bzw 3 (Trio).

Und andere Größen?

Für die 60 M Umfang habe ich insgesamt 26 Zunahmen gearbeitet, links und rechts der hinteren Mitte also je 13. Wie komme ich auf die 13? Die „Formel“, an die ich mich immer halte, ist: Maschenanzahl durch 4 minus 2. Heißt bei 60 M: 15-2=13. Wenn ihr also 64 M angeschlagen habt, müsstet ihr links und rechts der Mitte 14 M zunehmen, gesamt also 28. Für 56 M nehmt ihr links und rechts 12 M zu, insgesamt also 24.

Käppchen/Sohlenbeginn

29 / 1: 14 re, 1 re verschr, U  re verschr stricken, 12 re. Marker einhängen und mit der selben Nadel weiter stricken: 1re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

2: Die 1. M wie zum li str abheben, 2 li, Marker raus nehmen, 1 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

3: Die 1. M wie zum re str abheben, 4 re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

4: Die 1. M wie zum li str abheben, 5 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

⇨ Ab hier wiederholen sich die Hin- und Rückreihe vom Prinzip: Wir stricken bis zur Lücke, schließen diese, indem wir 2 M zus stricken, dann stricken wir noch 1 und wenden.  ⇦

5: Die 1. M wie zum re str abheben, 6 re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

6: Die 1. M wie zum li str abheben, 7 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

7: Die 1. M wie zum re str abheben, 8 re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

8: Die 1. M wie zum li str abheben, 9 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

9: Die 1. M wie zum re str abheben, 10 re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

10: Die 1. M wie zum li str abheben, 11 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

11: Die 1. M wie zum re str abheben, 12 re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

12: Die 1. M wie zum li str abheben, 13 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

13: Die 1. M wie zum re str abheben, 14 re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

14: Die 1. M wie zum li str abheben, 15 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

15: Die 1. M wie zum re str abheben, 16 re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

16: Die 1. M wie zum li str abheben, 17 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

17: Die 1. M wie zum re str abheben, 18 re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

18: Die 1. M wie zum li str abheben, 19 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

19: Die 1. M wie zum re str abheben, 20 re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

20: Die 1. M wie zum li str abheben, 21 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

21: Die 1. M wie zum re str abheben, 22 re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

22: Die 1. M wie zum li str abheben, 23 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

23: Die 1. M wie zum re str abheben, 24 re, 2 re verschr zus, 1 re, wenden.

24: Die 1. M wie zum li str abheben, 25 li, 2 li zus, 1 li, wenden.

25: Die 1. M wie zum re str abheben, 26 re, 2 re verschr zus, 1 re, nicht wenden! Vordere Maschen (30 re) stricken), Übergang zwischen den Nadeln sorgfältig arbeiten. Auf der nächsten Nadel 1 re, 2 re zus (nicht verschr), und ab hier geht es dann wieder in Runden weiter. Die Ferse ist fertig!

Spitze

Ich finde, besonders gut passt die Schleudersternspitze, aber ihr könnt natürlich jede Spitze stricken, die ihr gerne mögt.

Die zweite Socke wird natürlich genauso gestrickt. Viel Spaß!

Copyright und Fairness

Ich freue mich sehr, wenn ihr Bilder eurer Socken in den sozialen Medien teilt. Benutzt dann gerne den Hashtag #krauseferse und verlinkt mich (www.instagram.com/katharakete/), damit ich mich mit euch freuen kann. Teilt gerne den Link zur Anleitung, aber gebt diese nicht unter der Hand weiter. So stellt ihr auch sicher, dass ihr nicht aus versehen eine veraltete Version verteilt.

Handarbeiten mit Trello organisieren

Handarbeiten

Wenn ihr ähnlich gestrickt seid wie ich, habt ihr vermutlich das gleiche Problem: Der abartig große Garn-Vorrat ist auf mehrere Zimmer in der Wohnung verteilt. Die Restekiste quillt über. Ihr habt mehrere Notizbücher, in die ihr ungeordnet Abwandlungen von Anleitungen notiert, die ihr aber nicht mehr findet, wenn ihr euch etwa an den zweiten Socken setzen wollt. Und von UFOs fangen wir gar nicht erst an.

Beruflich organisiere ich meinen ganzen Scheiß längst mit Trello und seit einer Weile nun auch meine Handarbeiten. Muss man das machen? Nö! Es hilft mir aber, da ich im Vorfeld oft nicht weiß, was aus einem Garn wird, und weil ich gerne den gesamten Weg nachverfolge. Ein Beispiel ist mein letzter Insta-Post.

Neue Sachen, andere Sachen

Allgemein

Oh, hi! Lange nichts gehört. Es war still hier, es war Weihnachten und ich hatte ehrlich gesagt auch einfach keinen Bock, zu schreiben. Jetzt hab ich aber wieder und es gibt ein paar Neuigkeiten:

Ich hab jetzt Insta! Also hatte ich vorher auch schon, aber jetzt gibt es zu diesem Blog eine Insta-Seite. Wenn ihr euch also für Stricken und/oder die feministische Elternschaft in Kombi mit dem Thema Inklusion interessiert, aber keine RSS-Feeds nutzt (gibt es sowas überhaupt noch?), dann folgt mir gerne bei Instagram. So sieht das Ding stand heute aus. Wie ihr seht, habe ich zwei Posts und eine Abonnentin – mich selbst mit meinem anderen Account. Ich freue mich also wirklich sehr über jede*n neue*n Follower*in!

Mehr Struktur

Ich plane außerdem, die Struktur dieses Blogs ein klein wenig zu ändern und die Themen deutlicher zu trennen. Entweder Handarbeiten oder Kinder/Behinderung/Gedöns. Die Entscheidung, beides in einen Blog zu packen halte ich nach wie vor für okay, aber kein Mensch braucht beides in einem Beitrag. Gebt mir gerne eine Rückmeldung, was ihr davon haltet! Vermutlich wird es oben einen neuen Reiter oder so geben, damit alle immer direkt zu dem Thema switchen können, dass sie wirklich interessiert.

Und sonst so? Dem Kind geht es gut, der Wolle geht es gut, ich spiele mit dem Gedanken, YouTube zu machen, aber mal sehen. Erst mal Insta!

Heel Toe Do Si Do

Allgemein

Im letzten Post hatte ich die Qual der Wahl, welches der tollen Garne, die ich mir auf einem Wollfestival gekauft hatte, ich zuerst verstricken sollte. Es wurde das hier:

Es wurden die Speckled Space Socks, die Wolle war ein Traum und das Muster mache ich auf jeden Fall möglichst bald noch mal. Und die Wolle ist sooooo weich. Ein Träumchen, das hat richtig Spaß gemacht, und vielleicht behalte ich die Socken einfach für MICH! HA!

Aber auch sonst war ich emsig. Das Kind aber auch! Es lernt, seit es in der Kita ist, wahnsinnig viel Neues, fängt nun doch – neben dem Gebärden – an zu sprechen, und übt sich wacker im Laufen. Das wird alles noch, ich sage es euch. Das Kind kann jetzt so spannende Sachen sagen wie „an“ und „aus“, sehr verwaschen noch, aber es spielt dafür jetzt liebend gern mit einem Lampenschalter und sagt dazu immer „an“ und „aus“.

Und dann habe ich noch das hier gemacht, aus selbst gefärbtem Garn:

Ich wollte eigentlich die Heel Toe Do Si Do Socken machen, war aber zu geizig, also habe ich irgendein anderes random Chevron-Muster ausprobiert. Ist ganz nett, aber irgendwie sitzt die Socke zu eng und die Löcher im Muster gefallen mir nicht. Und dann habe ich mir das Muster zu Heel Toe Do Si Do gekauft und siehe da, es lohnt sich vielleicht doch. Eigentlich sind es nur zwei, drei Hinweise und Änderungen, aber es sieht viel schöner aus. Fertig ist die Socke noch nicht, aber das Garn werde ich mir auf jeden Fall in Zukunft noch mal besorgen.

Qual der Wahl

Allgemein

Ich war auf einem Wollfestival, zum allerersten Mal. Und was habe ich eingekauft. Drei handgefärbte Stränge für Socken, zwei superweiche Knäuel in Regenbogenfarben für Ringelsocken, zwei handgefärbte Stränge für ein Dreieckstuch, und einen Bobbel, auch für ein Dreieckstuch. Und jetzt stehe ich vor der glücklichen Entscheidung, was ich als nächstes stricken soll.

Besonders beeindruckt hat mich Ponde Rosa. Wunderschönes Garn, weich, tolle Farben, und ich bin wahnsinnig gespannt, wie es aussieht. Ich schwanke zwischen Autumn Fires für die linke, Speckled Space Socks für die mittlere und einer Variante der Gundel für die rechte Wolle. Oder ich mache Rye Socks aus dem Garn, über das ich mich neulich so beschwert habe. Vermutlich machen die Rye Socks das Rennen, einfach weil ich da den Strang nicht mehr wickeln muss. Ich bin voll platt. Das Kind hat nämlich Eingewöhnung im Kindergarten. Es ist sehr anpassungsfähig und geht gerne hin, aber mich plättet die Umgewöhnung doch ganz schön.

Doof gefärbt

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Das Kind schläft, Domino’s ist schon unterwegs und ich habe Zeit, von Wolle zu erzählen. Ich hatte schon länger den Verdacht, dass diese geilen selbstgefärbten Stränge bei Pinterest in verstrickt vielleicht gar nicht mehr so geil aussehen. Jetzt habe ich mir selbst den Beweis erbracht. Tataaa:

Als Strang voll schön, oder? So sieht das Ganze dann gewickelt aus:

Wirkt schon ein bisschen hektisch irgendwie. Und plötzlich sieht auch der Kontrast zwischen Dunkelviolett und Giftgrün gar nicht mehr so reizvoll aus.

Und das ist das gestrickte Debakel. Auf dem Foto sind die Farben harmlos. Es sieht scheiße aus. Ja, ich weiß, Geschmackssache. In den Gruppen bei Facebook nennen sie es „die Wolle wildert“ und freuen sich. Ich mag das nicht, mir ist das zu unruhig.

Ich hab mal wieder nach längerer Pause die Spice Man Socks gestrickt. Sehr cool, Toe up mit Fersenzwickel aus linken Maschen. Ich mag das sehr. Dieses Mal habe ich versucht, eine verstärkte Ferse im Dragan Skin Look zu machen. Sieht scheiße aus! Was ist das bloß mit dieser Wolle, dass man da nix mit machen kann?

Für sich genommen ist die Ferse schön, aber verstärkte Ferse und Spice Man passt leider voll nicht zusammen. Dragan Skin würde ich aber glatt noch mal probieren. Dabei macht man einfach den Faden nach vorne wenn man die Masche in der Hinrunde abhebt. Käme aber bei weniger wilder Wolle cooler. Also merken fürs nächste Färben: Piano. Zurückhaltung. Weniger ist mehr.

Vom Stillen und nicht Stillen und warum ich genervt bin von „Zum Stillen Willkommen“-Stickern

Allgemein

Mir ist heute wieder einer dieser „Zum Stillen willkommen!“-Sticker begegnet. Ich habe mich schon mal deswegen im Internet verkämpft, aber ich höre nicht auf. Ich halte die Dinger für falsch. Natürlich nicht, weil ich Stillen für falsch halte.

Es geht mir ums Nicht-Stillen. Ich habe wie alle Menschen nur meine Filterblase um mich herum. Wir sind alle dermaßen empowered, was das Stillen angeht. Das Natürlichste auf der Welt. Das Beste fürs Kind. Ein Grundrecht! Stimmt vermutlich. Bloß: Was ist mit denen, die nicht stillen?

Fläschchen bitte draußen geben

Ich wurde während der Schwangerschaft ganz wundervoll betreut von einer Hebamme, die mir Mut zum Stillen gemacht. Ich bin mit der Einstellung daran gegangen, dass ich das auf jeden Fall kann, und dass es da Probleme geben könnte habe ich kein bisschen in Erwägung gezogen. Und ja, ich fand Frauen, die nicht stillen, irgendwie schon egoistisch. Oder sie hatten sich nicht genug bemüht. Und dann kam ja alles anders als gedacht. Das Kind kam auf die Welt und ab ging’s auf die Intensivstation, mehrere Tage leicht erhöhte Lagerung bei niedriger Temperatur, Schadensbegrenzung, und schon war das ganze Gelaber von Bonding und Hautkontakt für Nüsse, denn wir durften das Kind nicht auf den Arm nehmen. Erst drei Tage später. Bonding kommt auf meiner Prioritätenliste definitiv nach bleibenden Schäden, aber wisst ihr was? Dadurch, dass das vorher immer das wichtigste auf der Welt war, hat mein Kopf das zu einem sonderbaren Schuld-Konstrukt gedreht. Mein Kind muss da jetzt ohne mich liegen. Ja, muss es. Ist aber besser, als die Geburtsschäden nicht zu behandeln. Für den Milcheinschuss war das alles natürlich auch nicht hilfreich, und während andere Frauen mit tropfendes Titties herumliefen (die sahen aber auch nicht happy aus damit), heulte ich die Milchpumpe an, die mir mit Ach und Krach 15 Milliliter je Seite rauszutzelte.

Das Natürlichste auf der Welt, am Arsch

In meiner Filterblase gingen alle um mich herum davon aus, ich würde stillen. Das Gespräch zu dem Thema lief immer gleich:

  • „Ich stille nicht“ – Verblüffung und Ungläubigkeit
  • Ich erkläre warum – tiefes, tiefes Mitleid, und ja, Absolution. Ach so, na gut, unter diesen Umständen ist es ja verständlich.

Soll das heißen, es wäre nicht verständlich, wenn ich einfach nur nicht stillen will? Erstens will ich euer dämliches Mitleid nicht und zweitens geht es euch einen Scheißdreck an, was ich mit meinen Titties mache. „Aber Stillen ist das Natürlichste auf der Welt!“ Seid ihr mal auf die Idee gekommen, was es mit einer im Hormonchaos taumelnden Frau macht, wenn man ihr sagt, dass ihr blöder Körper nicht mal das Natürlichste auf der Welt hinkriegt? Nix Gutes. Meine Hebamme hatte zum Glück zeitnah Mitleid mit mir und meinte „Weißt du, was ein Kind noch mehr braucht als Muttermilch? Eine Mutter, die nicht wahnsinnig wird.“ Und damit hatte sie Recht, denn wer nicht stillt, es aber versucht, ist doppelt am Arsch. Man gibt Fläschchen, man muss also Milchpulver kaufen, Fläschchen und Sauger spülen und desinfizieren, Wasser abkochen und auf die richtige Temperatur bringen und den ganzen Scheiß bei jedem Gang vor die Tür mitschleppen. Und zusätzlich muss man rund alle zwei Stunden an die Melkmaschine, die muss man dann auch hinterher wieder reinigen, ach ja, und man macht ja nie nur die Pulvermilch warm sondern parallel ja auch die Muttermilch, und alles, alles muss gespült werden. PS: Egal ob Muttermilch oder Pulvermilch, das Zeug ist hartnäckig. Die Hölle.

Vielleicht merkt man jetzt schon: Auch Fläschchen sind jetzt nicht gerade easy im Handling. Deswegen finde ich auch diese „Zum Stillen willkommen!“-Sticker so kacke. Als ich mein winziges Kind im Tragetuch hatte und es hungrig wurde, habe ich immer versucht, mir einen ruhigen Ort zu suchen, an dem ich mein Kind ablegen kann (sicher und bequem, ohne Todesfallen und so). Vielleicht mit einem Tischchen, an dem ich die Milch anrühren kann. Mit einem Sessel, in dem ich mich setzen kann, um das kleine Kind auf dem Arm zu halten. Und der bequem genug ist, um ein bisschen sitzen zu bleiben. Und ja, auch wenn ich meine Brüste drin behalte, wäre ein Moment der Ruhe und der Privatsphäre da einfach schön. Manche Kinder brauchen nämlich Ruhe zum trinken, sonst brüllen die einfach nur weiter.

Kommense ma in uns Pausenraum, junge Frau!

Mir sind auch als Fläschchen-Mama natürlich sehr viele liebe Menschen begegnet. Die zwei älteren Verkäuferinnen im Hutgeschäft, die mich von der Bushaltestelle reingeholt haben und mir angeboten haben, mich in ihrem Pausenraum setzen zu können, damit ich nicht weiter Baby und Fläschchen und Thermoskanne und Pulver jonglieren muss. Oder der junge Papa, der im Bus bei akutem Gebrüll die Hand ausgestreckt hat und meinte „Soll ich mal halten?“ Das waren Menschen, die brauchen keinen Sticker. Die sehen, dass jemand Hilfe braucht und gut is. Da macht es keinen Unterschied, wie genau die Milch jetzt ins Kind kommt. Und das ist echt schade an den Stickern, dass sie Fronten aufbauen, wo keine sind. Wieso gibt es keine „Zum Baby füttern willkommen!“-Sticker? Ich hab da mal eben einen gemacht. (Mit Canva, by the way.)

So fucking schwer ist das doch nicht, Leute nicht auszuschließen, die nicht stillen.

Wolle: Weekend-Spaß beim Färben

Sollen wir jetzt noch ein bisschen über Wolle reden? Ich habe vor einer Weile mal gefärbt und stricke jetzt nach und nach die Garne ab. Ich habe ja einen echt Mind-Blown-Moment gehabt, als ich herausgefunden habe, dass es Wolle am Strang gibt. Also nicht als Knäuel.

Krass, oder?! Ich hab jedenfalls mal zehn Stränge bestellt, B-Ware, aber da war nix dran, total toll, und die sind jetzt weggefärbt. Ich muss dringend 50 Stränge oder mehr bestellen. Färben ist so geil, das geht ja auch viel schneller als Stricken!

Färben ist einfach so hart gut. Ich freue mich schon, wenn das Kind ein bisschen größer ist, dann kann es mitmachen. Wird mit den eingeschränkten Händchen definitiv leichter als Häkeln oder Stricken. Übrigens, bisher habe ich nur mit Ostereierfarbe gefärbt. Gibt aber ganz schön geile Ergebnisse, finde ich. Da man damit aber kein richtig sattes Moosgrün hinbekommt bestelle ich mir vermutlich auch mal „so richtige“ Farbe. Oder schieße welche auf dem Wollfestival in Düsseldorf, wo ich hin will. Ich war noch nie auf sowas, stelle es mir aber in etwas so vor:

Eine Hand hält ein lecker aussehendes Getränk in einem Glas hoch, es ist rosa, eiskalt und schaumig und mit einem Minzblatt verziert. Im Hintergrund kann man verschwommen ein kleines Kind in einem Sandkasten erkennen.

Sie sind der Profi für ihr Kind

Allgemein

Die gutmeinenden Menschen in all den Förderinstitutionen machen mich fertig. Das Kind ist jetzt zwei, es dreht also eine Diagnoserunde bei allen behandelnden Ärzt*innen vorbei, Frühförderstelle, sozialpädiatrisches Zentrum, normale Kinderärztin, alle wollen mal gucken, alle meinen noch mal nachmessen zu müssen, als sei ein Kind zu wiegen eine solche Kunst, alle kommen zum gleichen Ergebnis („bisschen schmal, aber schon okay“) und alle loben uns Eltern viel, ganz engagiert, ganz toll sowas, und dann sagen alle, nachdem sie einem eine Stunde lang gesagt haben, was man machen soll: „Aber Sie sind die Experten, niemand kennt ihr Kind so gut wie sie, sie sind da die Profis.“

Laien-Therapeut*in

Wozu frage ich euch dann, ihr Vollprofis? Ich weiß, das ist gut gemeint. Empowerment und so. Die Eltern einbeziehen, nein, nicht nur einbeziehen, sondern bestärken und all das. Aber manchmal wünsche ich mir echte Profis, die mir sagen, was ich tun soll. Klar kenne ich mein Kind gut. Aber ich habe doch keine Ahnung, was ich tue! Ich bin dafür nicht ausgebildet! Das ist das erst Kind das ich großziehe, mit Einschränkungen hab ich schon mal gar keine Erfahrung, geht mir also weg mit „Sie sind der Profi“. Ich tue mein bestes, offenbar klappt das gut, denn ganz oft schlagen die Profis uns Sachen vor, die wir Eltern sowieso schon die ganze Zeit machen, offenbar haben wir eine gute Intuition oder können einfach ordentlich googeln. Ich glaube auch, dass die Fachleute in den Fördereinrichtungen Kummer gewohnt sind und noch mal ganz andere Eltern kennenlernen. Da kann man schon froh sein, wenn die zum Termin kommen.

So viele Socken

Ist aber ja nicht so, als wenn das Leben nur Essig wäre und Therapie. Nein, es ist auch aufräumen und sich mit Ämtern rumärgern, määhähä. Okay, und abends stricken, wenn das Würmchen niedlich schlummert, völlig fertig vom Tag, weil das Kind wieder so wahnsinnig viel erlebt hat. Neulich hat es ein Pferd gestreichelt, davon gebärdet es immer noch ganz aufgeregt. Und Abends dann also die Socken. Ich hing so an der Nadel (uuuh, Kalauer), dass ich nicht mal alle fotografiert habe.

Likey-likey

Allgemein

Und sowas kann man sich echt nicht ausdenken: Die Kasse schreibt. Ich warte schon ewig darauf, weil wir für das Kind Hilfsmittel beantragt haben. Schreibt die Kasse also, aber nicht, was ich erwartet hab, sondern die Ablehnung eines Hilfsmittels, das wir gar nicht beantragt haben. Falschen Antrag gestellt? Kasse Brief an falsches Kind geschickt? Keiner weiß es, da muss man anrufen. Vorher muss man die unterschiedlichen Hilfsmittelhersteller (Leistungserbringer nennt die Kasse die) anrufen und sich auch da schlau machen. Hat den Vorteil, dass man sofort mit echten Leuten sprechen kann und nicht in der Warteschleife hängt.

Da stellt sich nun also raus: Doch, doch, passt schon, das wurde auch beantragt. Hätte nur nicht abgelehnt werden dürfen. Abgelehnt wurden nämlich Schuhe über Orthesen, das sind so Schienen an den Beinen. Mit dem Grund, dass das Kind ja gar keine Orthesen habe. Ja, weil ihr die auch noch nicht genehmigt habt!

Mama no likey.

Ist ja jetzt alles genehmigt, und angeblich kommt nächste Woche der Hilfsmitteltyp und macht einen Abdruck von den Füßchen. Hoffentlich geht das dann schnell, das Kind knickt beim Herumtapsen an der Hand immer so fies an den Knöcheln um, da wird einem ganz schlecht.

Geschenke-Socken

Ich habe ja Wolle gefärbt, aber bis man die verstricken kann dauert es ja leider immer ein bisschen. Macht nix, in der Zwischenzeit stricke ich für eine liebe Freundin, die bald Geburtstah hat, ein paar wie ich finde sehr edle Dinger.

Das sind die My Cup of Tea Socks und sie lassen sich besser beim Pretty Little Liars gucken stricken als gedacht. Ds Muster sitzt ja nur vorne, jede zweite Runde ist glatt rechts und sowieso sind die spektakulärsten Sachen, die man machen muss Zu- und Abnahmen. Bloß das Bündchen war ein kleines bisschen knifflig.

Die Ferse und die Spitze habe ich anders gemacht als vorgeschlagen, weil ich die Käpppchenferse hassehassehasse, nicht das tragen, die sitzt toll, aber das machen, es nervt so unglaublich. Stattdessen habe ich Ferse und Spitze mit der von mir heiß geliebten Fish Lips Kiss Heel gestrickt und den Socken mit einem three needle bind off geschlossen. Ich mag diese sichtbare Ziernaht da oben ja gerne und ich finde auch nicht, dass das drückt. Wenn das drückt, trägst du zu enge Schuhe.

Hier schon mal die erste Socke. Die zweite nadele ich heute abend an. Und dann, endlich-endlich, kann ich mit meiner selbst gefärten Wolle starten.

Oh, Domino!

Allgemein

Hunger! Ich versuche etwas abzunehmen, Babypfunde loswerden vor dem Sommer, aber klappt nicht. Das Kind war krank, Erkältung mit Fieber, also wenig raus gehen, wenig einkaufen, wenig Zeit zum frisch kochen. Heute gibt’s also Pizza von Domino’s, ausgerechnet, und zwar eine von den richtig fiesen. Mit Hackfleisch und Burgersauce und so.

Ganz ehrlich, man kann die Latte ja auch ein bisschen hoch hängen, ne? Ich weiß ja schon nicht, wie das Leute mit einem gesunden Kind hinbekommen. Meins ist ja jetzt nicht krank, aber hat nun mal sepcial needs, ist halt so. Alles dauert mit dem Würmchen ein bisschen länger, alle Phasen dauern auch ein bisschen länger, die Entwicklung ist verzögert, so sagt man, und wenn es bloß verzögert ist, dann soll es mir mal egal sein, hoffentlich lernt das Kind noch ganz, ganz viel. Laufen zum Beispiel, oh, das wäre hilfreich! Jetzt kann es ja frei sitzen, das ist auch schon toll. Man kann so ein Kind ja nun nicht überall einfach hinlegen, um mal die Hände frei zu haben. Also, kann man schon, aber mach das mal. Da gucken die aber im Biergarten ganz schön.

Restesocken!

Parallel stricke ich Restesocken, weil die im Moment die einzigen sind, die mir gefallen. Ich bin zu unkonzentriert für knifflige Muster und dann habe ich da noch so geschipperte, gefleckte Wolle, keine Ahnung wie man das eigentlich nennt, die ich in glatt rechts zu langweilig finde, aber die mir mit Muster fast nie gefällt. Vier Versuche, alle geribbelt. Der fünfte noch nicht, wird aber geribbelt. Da habe ich mich zusammengerissen und dachte „Lass, fertig ist besser als perfekt“, aber jetzt habe ich eine Socke, die ich nicht selbst tragen mag und die ich auch nicht verschenken will. Also ribbeln. Wenn jemand einen guten Tipp hat, was man mit so einem Garn machen kann: Immer her damit, ich bin da sehr denkbar.

Die Restesocken sind ja jetzt nicht mein erster Versuch, sondern der dritte, glaube ich. Dieses Mal habe ich ein Kaffeebohnen-Muster-Bündchen versucht, aber das ist zu stramm, also auch hier wieder ribbeln. Die Socken möchte ich verschenken, die Physiotherapeutinnen des Kindes sollen was bekommen, weil sie sich immer so viel Mühe geben.

Schön, aber einfach zu stramm.